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Wohngebäude Mussenhausen

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Kontext
Kontext
Kontext
Perspektive Süd
Perspektive Süd
Perspektive Süd West
Ansicht West
Terrasse
Ansicht Ost
  • KategorieWohngebäude
  • Bauherr/inPrivat
  • ArchitekturChristian Groß Architektur
  • StatikIngenieurbüro Fazlic
  • EnergieWärmepumpe
  • BauweiseAussen Massivholzwand, Innen Massiv
  • HaustechnikWärmepumpe
  • Fläche175m² Wohnfläche
  • Urheberrecht BilderSebastian Schels
Am Ortsrand einer Gemeinde im Unterallgäu, mit Nähe zu den bayerischen Alpen, entstand für eine junge Familie ein kompaktes Einfamilienhaus in zweiter Reihe hinter dem elterlichen Wohnhaus. Das Grundstück weist ein starkes Gefälle in West–Ost-Richtung auf und erforderte eine präzise Einbindung in die Topografie. Das Projekt zeigt, wie durch intensive Zusammenarbeit und durchdachte Konstruktionen auch mit begrenztem Budget qualitätsvolle Architektur entstehen kann. Alle tragenden Innenwände wurden in kostengünstigem Ortbeton ausgeführt, dessen geglättete Bodenplatte zugleich als fertiger Fußboden dient. Die Fußbodenheizung wurde direkt in den Beton integriert, wodurch zusätzliche Schichten vermieden werden konnten. In das vor Ort errichtete Betonskelett wurden vorgefertigte Massivholzwände eingesetzt. Das Dach besteht aus vorgefertigten Holzelementen, ebenfalls mit ökologischer Dämmung. Selbst die Fensteranschlüsse wurden speziell für dieses Bauvorhaben entwickelt. Diese enge Abstimmung zwischen den beteiligten Gewerken – Rohbau, Zimmerei, Fenster- und Heizungsbau – sowie den Planern war entscheidend, um ein Gebäude mit hoher gestalterischer Qualität und klarer architektonischer Haltung zu realisieren. Der Zugang erfolgt ostseitig über das halb in den Hang geschobene Sockelgeschoss, das die Garage, den Technikraum und den Eingangsbereich mit Garderobe beherbergt. Eine Treppe führt in das offene Erdgeschoss mit einem großzügigen Koch-, Ess- und Wohnbereich, zwei Kinderzimmern und einem Gäste-WC. Küche und Wohnzimmer öffnen sich über einen Luftraum bis unter das Dach und schaffen so ein lichtdurchflutetes Raumgefühl. Großzügige Verglasungen orientieren die Räume entsprechend ihrer Nutzung zu den passenden Himmelsrichtungen. Südseitig erweitert eine über die gesamte Gebäudelänge verlaufende Veranda den Wohnraum ins Freie. Im Obergeschoss befindet sich der private Rückzugsbereich der Eltern mit Schlafzimmer, Arbeitsnische, Ankleide und Bad. Bewusst gesetzte Öffnungen rahmen Ausblicke in die dörfliche Umgebung, bieten gezielte Privatheit und stellen Bezüge zur Landschaft her. Großflächige Schiebeelemente im Erdgeschoss verbinden Innen- und Außenraum und führen auf die südorientierte Terrasse. Die Materialwahl ist von Einfachheit und Authentizität geprägt. Außenwände aus massiven Holzelementen mit vertikaler Schalung aus heimischem Holz – genauer aus selbst geschlagenen Bäumen aus eigenem Wald – verweisen auf die umliegenden landwirtschaftlichen Gebäude und lassen das Haus selbstverständlich in die dörfliche Struktur einfügen. Innen zeigen sich unbehandelte Holzoberflächen im Zusammenspiel mit Ortbeton. So entstand ein Haus, das durch klare Konstruktion, reduzierte Mittel und den respektvollen Umgang mit Ort und Material überzeugt – ein Beispiel für zeitgemäße Nachverdichtung am Dorfrand.